Deutsche Sprachwissenschaft, insbesondere niederdeutsche Sprache und Literatur

Äsop op Platt

Äsop op Platt – ein klingender Sprachatlas für Schleswig-Holstein

 Ein Projekt der Niederdeutschen Abteilung an der CAU Kiel

„Äsop op Platt“ ist ein Dialektatlas für Schleswig-Holstein, in dem man sich Aufnahmen in den verschiedenen Ortsdialekten aus allen Landesteilen anhören kann – aus Schleswig und Nordfriesland über Dithmarschen und Mittelholstein bis zu den südlichen Kreisen Ostholstein, Segeberg, Plön und Stormarn. Insgesamt liegen mehr als 80 Aufnahmen in niederdeutscher Sprache vor, die überwiegend zwischen Frühjahr und Herbst 2020 erstellt wurden. Als gemeinsame Grundlage dient die Äsop-Fabel „Nordwind und Sonne“, die alle Teilnehmerinnen und -teilnehmer des Projekts jeweils individuell in ihren Ortsdialekt übersetzt und vorgetragen haben. Den Aufnahmen ist jeweils eine Verschriftlichung zum Mitlesen beigegeben.

Hier geht es zur Webseite von Äsop op Platt.

Äsop op Platt

Hier finden Sie den Text der Fabel „Nordwind und Sonne“ in der hochdeutschen Version: Nordwind und Sonne

Äsop war ein antiker griechischer Dichter, der wahrscheinlich im 6. Jahrhundert v. Chr. lebte. Äsops Fabeln wurden zunächst mündlich weitergegeben und gehen in der uns bekannten Form und Auswahl auf eine Sammlung aus dem 12. Jahrhundert zurück. Daraus stammt auch der Text „Die Sonne und der Wind“ (alternativer Titel: „Nordwind und Sonne“). Weitere Informationen zu Äsop und seinem Werk gibt es hier.
 
Äsop op Platt ist in ein internationales Projekt zur Dokumentation europäischer Dialekte eingebunden, das durch den französischen Sprachwissenschaftler Philippe Boula de Mareüil initiiert wurde.
 

Die in unserem Atlas dokumentierten niederdeutschen Dialekte verteilen sich auf alle Regionen von Schleswig-Holstein und erfassen die verschiedenen Mundarten des Holsteinischen sowie das schleswigische, dithmarsische und das nordfriesische Niederdeutsch. Die Transkripte wurden in Anlehnung an die „Regeln für die plattdeutsche Rechtschreibung“ im „Plattdeutschen Wörterbuch“ („Der neue SASS“, bearb. v. Heinrich Kahl und Heinrich Thies, 8., erw. Aufl. Kiel 2016) eingerichtet. Hierbei wurde darauf geachtet, dialektale Beonderheiten der verschiedenen Regionen in der Schriftform möglichst zu bewahren. Die Bearbeitung erfolgte durch Kyra Holst und Nadine Koop an der Niederdeutschen Abteilung der Universität Kiel unter der Leitung von Prof. Michael Elmentaler. Die Kartierung und Einrichtung der Website erfolgte durch Prof. Frédéric Vernier und Prof. Philippe Boula de Mareüil (Université Paris-Saclay & CNRS).

Unser herzlicher Dank geht an alle unsere Gewährspersonen sowie insbesondere an Thorsten Börnsen, Ingeburg Büll-Meynerts, Jan Graf, Andreas Guballa, Volker Holm und Gesa Retzlaff.

Die Fabel wurde von unseren Gewährsleuten mit großer Sorgfalt und Kreativität in ihren Heimatdialekt übertragen, wobei das Spektrum von textnahen Übersetzungen der hochdeutschen Vorlage bis zu freien Übertragungen reicht. Hierbei wurde der eher schriftsprachliche Duktus des hochdeutschen Fabeltextes in einen eher sprechsprachlichen Stil überführt, der dem Plattdeutschen eher gerecht wird. Allen Besucherinnen und Besuchern unserer Webseite wünschen wir viel Spaß beim Erkunden der niederdeutschen Dialekte in Schleswig-Holstein!

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