Deutsche Sprachwissenschaft, insbesondere niederdeutsche Sprache und Literatur

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Zwei Studenten und eine Tasse Kaffee

Agathe-Lasch-Preis 2017 geht an Dr. Viola Wilcken

Dr. Viola Wilcken vom Germanistischen Seminar der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel ist Trägerin des Agathe-Lasch-Preises 2017. Die Preisverleihung fand am 14. Februar im Rahmen eines Senatsempfangs im Hamburger Rathaus statt. Mit dem Preis werden Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler ausgezeichnet, die herausragende Leistungen auf dem Gebiet der niederdeutschen Sprachforschung erbracht haben. Der Agathe-Lasch-Preis ist mit 5.000 Euro dotiert und wird seit 1992 alle drei Jahre vergeben.

Pressemitteilung zur Preisverleihung:

http://www.hamburg.de/pressearchiv-fhh/8169954/2017-02-14-bwfg-neunter-agathe-lasch-preis-2017-verliehen/

Viola Wilcken erhält den Preis für ihre Dissertation mit dem Titel „Historische Umgangssprachen zwischen Sprachwirklichkeit und literarischer Gestaltung. Formen, Funktionen und Entwicklungslinien des ‚Missingsch‘“, die im Januar 2014 von der Philosophischen Fakultät der CAU Kiel als Promotionsleistung angenommen wurde. Die Arbeit ist 2015 in der renommierten Reihe „Deutsche Dialektgeographie“ im Olms-Verlag erschienen:

http://www.olms.de/search/Detail.aspx?pr=2008568

Frau Dr. Wilcken ist seit 2007/08 als wissenschaftliche Mitarbeiterin und Lehrende an der Niederdeutschen Abteilung des Germanistischen Seminars der Christian-Albrechts-Universität Kiel tätig.

Die Namensgeberin des Preises, Agathe Lasch (1879-1942), war von 1923 bis 1934 als Professorin am Germanistischen Seminar der Universität Hamburg tätig. Als Verfasserin der „Mittelniederdeutschen Grammatik“ (1914), Mitbegründerin des „Mittelniederdeutschen Handwörterbuchs“ (1928ff.) und Autorin zahlreicher wegweisender Beiträge zur niederdeutschen Sprachgeschichte, Dialektologie und Soziolinguistik zählte sie zu den Wegbereitern einer modernen niederdeutschen Philologie. Ihre Arbeiten sind in Forschung und akademischer Lehre bis heute unverzichtbar.

 

Zu Agathe Lasch

http://www.agathe-lasch.de/

 

 

 

 

Forschungsprojekt „Sprachvariation in Norddeutschland“ gewinnt Norddeutschen Wissenschaftspreis

 

Der von den norddeutschen Bundesländern Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein, Hamburg, Bremen und Niedersachsen gestiftete Wissenschaftspreis wurde in diesem Jahr dem Forschungsprojekt „Sprachvariation in Norddeutschland“ (SiN) zuerkannt. Im Rahmen eines Festaktes in der Aula der Universität Rostock am 25. November 2016 wurde den Vertretern des Projekts von den zuständigen Ministerinnen der beteiligten Bundesländer der mit 100.000 Euro dotierte Preis verliehen. Das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) von 2008 bis 2012 geförderte Kooperationsprojekt wurde von Sprachwissenschaftlern und Sprachwissenschaftlerinnen der Universitäten Kiel, Hamburg, Frankfurt (Oder), Bielefeld, Münster und Potsdam realisiert.

In einer ersten Projektphase wurde ein gesamtnorddeutsches Sprachkorpus erhoben und aufbereitet, das das Sprachlagenspektrum vom Basisdialekt bis zur gesprochenen Standardsprache umfassend abbildet. Die Auswertung der Daten erfolgte in verschiedenen Teilprojekten mit unterschiedlichen inhaltlichen Schwerpunkten. In Zusammenarbeit mit dem Projektstandort Frankfurt (Oder) wurde in Kiel unter Leitung von Prof. Dr. Michael Elmentaler (Lehrstuhl für Deutsche Sprachwissenschaft, insbesondere niederdeutsche Sprache und Literatur) der erste Band des „Norddeutschen Sprachatlas“ (NOSA I) erarbeitet, der die regionale und situative Variation der norddeutschen Regiolekte dokumentiert. Der zweite Atlasband (NOSA II), in dem die Entwicklung der niederdeutschen Basisdialekte im Fokus steht, ist derzeit in Arbeit.

Durch das Preisgeld ist die Finanzierung der auf sechs Bände angelegten Gesamtpublikation in der Reihe „Deutsche Dialektgeographie“ (DDG) im Georg Olms Verlag gesichert. Darüber hinaus eröffnen sich im Sinne nachhaltiger Forschung Möglichkeiten für Anschlussprojekte.

Das Kieler Projektteam von links: Prof. Michael Elmentaler, Dr. Liv Andresen, Dr. Viola Wilcken, Robert Langhanke. Foto/Copyright: Claudia Eulitz, CAU

Das Kieler Projektteam von links: Prof. Michael Elmentaler, Dr. Liv Andresen, Dr. Viola Wilcken, Robert Langhanke, M.A.
Foto/Copyright: Claudia Eulitz, CAU