Didaktik der deutschen Sprache

Dr. phil. Tobias Heinz

Wissenschaftlicher Mitarbeiter LeaP@CAU - Lehramt mit Perspektive (Qualitätsoffensive Lehrerbildung)/ Koordinator "Sprachen und Geisteswissenschaften"

Zentrum für Lehrerbildung Leibnizstr. 3, Raum 236
Telefon: +49 431 880 1034
Telefax: +49 431 880-5371
heinz@germsem.uni-kiel.de

Sprechstunde

Die Sprechstunde findet nach Absprache statt. Bitte kontaktieren Sie mich per E-Mail.

Forschungsschwerpunkte

Meine Lehrtätigkeit an der TU Carolo-Wilhelmina zu Braunschweig, der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, der Europa-Universität Flensburg und der LMU München umfasst sowohl die Bachelor- und Masterstudiengänge als auch die Staatsexamen- und Magisterstudiengänge. Zudem bin ich in die Beratung der Studierenden und in die Durchführung von Prüfungen eingebunden (Gutachter bei Bachelorarbeiten; Gutachter bei Staatsexamens- und Magisterarbeiten; Abnahme mündlicher Prüfungen im GHR-/LG-Bereich; Zwischenprüfungen).

Meine Schwerpunkte liegen in vier Bereichen:

  • Sprachdidaktik und Deutschunterricht in Geschichte und Gegenwart

Für den linguistischen Kernbereich ist es unverzichtbar, Studierenden einen Einblick in die Geschichte des Faches zu vermitteln, der über Saussures strukturalistische Gründung der modernen Sprachwissenschaft in die Historie zurückgeht. Dabei ist das Erkenntnisinteresse meiner Seminare und Publikationen kein 'nur' historisches; stattdessen geht es darum, Traditionslinien auszuleuchten, die bis heute nachwirken: So fragte mein Humboldt-Seminar insbesondere nach den Wirkungen dieses philosophischen Sprachstudiums (vgl. Heinz 2012) bei Whorf, Weisgerber, Trier und Chomsky. Im Seminar zu Roman Jakobson wurden die Aspekte des Spracherwerbs, der linguistischen Poetik und der Aphasieforschung fokussiert. Auch bei der Erkundung der Historisch-Vergleichenden Sprachwissenschaft mit ihren zentralen Figuren oder der Wortschatzvermittlung im deutschen Sprachunterricht von Comenius bis heute zielte der Blick nach vorn in die linguistische Gegenwart. Dieser widmet sich insbesondere der von mir mitherausgegebene und mit einer umfangreichen Einleitung versehene Band zur Deutschen Gegenwartssprache (Forster/Heinz 2010), der Schülerinnen und Schülern der Sekundarstufe I, Studierenden im Grundstudium und Lehrerinnen und Lehrern einen kommentierten Einblick in die Forschungsdiskussion eröffnet. Die wissenschaftsgeschichtliche Linie verfolgt unter anderem der von mir mitherausgegebene Sammelband Sprachdenker (2012)  sowie die Mitarbeit im DFG-Netzwerk zur Empirisierung des Transzendentalen.

  • Lexikologie, Semantik und Wortschatzarbeit (auch unter lehr- und lerngeschichtlicher Perspektivierung und mit besonderem Fokus auf Stereotypie im interkulturellen Kontext)

Aufgrund meiner praktischen Erfahrung bei der Neubearbeitung des Paul bildet die Wort- und Bedeutungsgeschichte einen Bezugspunkt meiner Lehrveranstaltungen, den ich – Theorie und Praxis verbindend – um die Bereiche Lexikologie und Semantiktheorie erweitere und didaktisch modelliere. Historisch umfasst das Programm der verschiedenen Seminare die Stationen deutscher Lexikographie vom Abrogans über die Wörterbücher der Aufklärung und Romantik bis zur Wörterbuchlandschaft der Gegenwart. Die wissenschaftsgeschichtliche Perspektive wird dabei mit methodologischen Fragestellungen verknüpft (Mikro- und Makroschichten, Bedeutungsrelationen im Kontext einer 'vernetzten Semantik' u.a.). Innerhalb der Semantiktheorie kommt der Stereotypensemantik durch das INTERREG-Projekt Nationale Stereotype und Marketingstrategien in der interkulturellen deutsch-dänischen Kommunikation besondere Bedeutung zu. Publikationen zu diesem Bereich der Interkulturelle Kommunikation liegen vor. Die Unterrichtsperspektive nehmen der Greifswalder Workshop Wörterbuchwerkstatt zur kritischen Semantik und die Publikation (Heinz/Horn 2011) sowie Lehrveranstaltungen zu Modellen des deutschen Sprachunterrichts von Comenius bis heute und Aspekten von Fachsprachlichkeit ein. Ein spiralcurricularer Ansatz zum aktuellen Grundlagen- und Forschungswissen zur Wortschatzarbeit prägte die auf Einladung von Prof. Anja Ballis an der LMU München angebotenen Seminare zu Aspekten der Wortschatzarbeit mit einem starken Fokus auf den Bereich der Lehrkräftebildung und des Professionswissens.

  • Kindlicher Spracherwerb (Lesen und Schreiben lernen), Sprachwandel und -varietäten

Dieser Schwerpunktbereich umfasst Lehrveranstaltungen, die zum einen einer Sensibilisierung für die “innere Mehrsprachigkeit“ (Henne) dienen, zum anderen Sprache als ein grundsätzlich variables und in der Kommunikation ständig variiertes Medium entwerfen. Eingebunden ist dies in die spracherwerbstheoretische Perspektive, die Themen wie die Aneignung von Schrift oder den Ausbildung kindlicher Sprachbewusstheit oder sprachspielerische Unterrichtselemente im Anfangsunterricht umfasst. In der Lehre richtet sich mein Fokus insbesondere auf den Zusammenhang von Dialog und Diagnostik in der Lehramtsausbildung (allgemein die didaktisch-methodische Analyse von Deutschunterricht und speziell die Lese- und Schreibförderung und das fundierte Erkennen besonderen Förderbedarfs betreffend).

Die Akzentuierung des Sprachwandels entwickelte sich aus der Thematisierung der lexikalischen Sprachebene in den Lehrveranstaltungen zum Wörterbuch. Dass mit Archaismen und Neologismen jene Pole in den Vordergrund gerückt wurden, zwischen denen sich die Dynamik des Wortschatzwandels entfaltet, erwies sich als didaktisch fruchtbar und führte zu einer grundsätzlicheren Fragestellung im Hinblick auf die linguistischen Sprachwandeltheorien. Waren bereits diese Ansätze varietätenspezifisch differenziert (z.B. unter Berücksichtigung der Jugend- und Werbesprache sowie der politischen Sprache), widme ich nun den Fachsprachen (insbes. dem Fachwortschatz der Unterrichtsfächer) besondere Aufmerksamkeit.

Durch die Leitung der Wissensdomäne Bildung und Schule innerhalb des Forschungsnetzwerks Sprache und Wissen – Probleme öffentlicher und professioneller Kommunikation sind diese Themen und Fragestellungen institutionell verbunden. Hier stehen die Terminologie-arbeit und die Frage nach „Versprachlichungsformen fachlicher Sachverhalte“ im Fokus. Besondere Beachtung innerhalb dieses Bereichs erfährt die Analyse von Lehr- und Lernwerken (vgl. dazu das GAL-Symposion Linguistische Perspektiven auf das Schulbuch als Lehr- und Lernmedium – von Comenius bis heute sowie die Organisation von Veranstaltungsreihen, Tagungen, Symposien und Workshops). Publikationen zur Darstellung verschiedener sprachlich-kommunikativer Phänomene im Schulbuch des Deutschunterrichts (z.B. zur Metapher) liegen vor; sie greifen auf medientheoretische und -praktische Ansätze zurück (zum Beispiel in der Untersuchung von Text-Bild-Korrespondenzen).

  • Linguistische Poetik und Möglichkeiten ihrer Didaktisierung

Sowohl in meiner Dissertation Hofmannsthals Sprachgeschichte. Linguistisch-literarische Studien zur lyrischen Stimme als auch in meiner Lehre gilt der Beschäftigung mit literarischen Sprachformen als Ausdruck sprachkünstlerischer Kreativität meine Aufmerksamkeit. Mit Karlheinz Stierle verstehe ich Dichtung als „experimentelle Linguistik“, in der "das zentrale anthropologische Faktum der menschlichen Befähigung zur Sprache selbst immer wieder zu Bewußtsein kommt“. Seine Konkretion erfährt dieser Ansatz im Nachzeichnen der literarisch-essayistischen Sprach-Arbeit des Dichters Hugo von Hofmannsthal, dessen sprachreflexive Gedichte im Mittelpunkt meiner Dissertation stehen. Das hier entworfene Analysemodell, das die grammatisch-strukturelle, die semantische und die kommunikativ-pragmatische Ebene der linguistischen Interpretation poetischer Texte zusammenführt, wurde in mehreren Seminaren erprobt. Der Bezug linguistischer Analysemöglichkeiten auf literarische Sprachformen an der Schnittstelle von Grammatik und Text fördert die Aktivierung des Begriffssystems und Methodenarsenals (z.B. der Semantiktheorie in der Entschlüsselung des Bedeutungsgehaltes oder der Morphologie bei der Analyse kreativer Wortbildungen). Diesen Zugriff erweitere ich um die Kategorien Sprachbewusstsein und Sprachbiographie und um eine auf die Kindersprache ausgerichtete Perspektivierung (vgl. die Veranstaltungen zu Kinderbüchern an der Schnittstelle von Sprach-, Literatur- und Mediendidaktik). Eine aktuelle Erweiterung meiner transdisziplinären Arbeiten liegt in der Zusammenarbeit mit Kolleginnen und Kollegen aus der Kunstdidaktik und Kunstgeschichte. Das gemeinsam konzipierte Veranstaltungsprojekt Bild und Sprache Sprache und Bild  wurde  von der CAU als  „Ausgezeichnete Lehre“  gewürdigt.


 

Wissenschaftlicher Werdegang

  • Studium Germanistik/Geschichte Höheres Lehramt an der TU Braunschweig (10/1997 - 06/2002)
  • Promotion an der TU Braunschweig (Betreuer: Prof. Dr. Helmut Henne, Prof. Dr. R. Stauf): Hofmannsthals Sprachgeschichte. Linguistisch-literarische Studien zur lyrischen Stimme (2007)
  • Stipendiat der Studienstiftung des deutschen Volkes (10/2002 - 03/2005)
  • Lehrbeauftragter des Seminars für deutsche Sprache und Literatur der TU Braunschweig (WiSe 2003/04 - WiSe 2004/05)
  • Lehrkraft für besondere Aufgaben am Seminar für deutsche Sprache und Literatur der TU Braunschweig (SoSe 2005 - SoSe 2006)
  • Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Germanistik, Abt. Germanistische Sprachwissenschaft der TU Braunschweig (WiSe 2006/07 - WiSe 2008/09)
  • Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Germanistischen Seminar (Lehrstuhl für deutsche Philologie und Didaktik der deutschen Sprache) der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (SoSe 2009 – SoSe 2013 und SoSe 2015 – WS 2016/17)
  • Vertretung der Professur für Sprachwissenschaft und Sprachdidaktik an der Europa-Universität Flensburg, Seminar für Germanistik (WiSe 2013/14 - WiSe 2014/15)
  • Wissenschaftlicher Mitarbeiter im BMBF-geförderten Projekt Lehramt mit Perspektive (LeaP) an der CAU, Teilprojekt A2 (Gesamtkoordination Sprachen und Geisteswissenschaften) (seit Mai 2016)

 

Funktionen

  • BAföG-Beauftragter des Germanistischen Seminars der CAU Kiel (SoSe 2009-WiSe 2012/13

  • Mitglied im Fachstudienausschuss der Philosophischen Fakultät der CAU Kiel (seit SoSe 2013) 

Aktuelle Projekte

 
  • laufende Projekte

 

Leitung der Wissensdomäne Bildung und Schule innerhalb des "Forschungsnetzwerkes Sprache und Wissen" http://www.suw.uni-hd.de/dom_edu.html) (gemeinsam mit Prof. Dr. Jörg Kilian, Universität Kiel, und Dr. Dina Lüttenberg, TU Braunschweig; Kooperation: Prof. Dr. Birgit Brouër und Sandra Nitz): Für weite Bereiche der Wissensdomäne Bildung und Schule existiert keine fachsprachliche Terminologiearbeit im engeren Sinne. Die Wissensdomäne Bildung und Schule ist (fach)sprachlich vielmehr ein gesamtgesellschaftliches Großereignis mit sehr unterschiedlichen Mitspielern: Schüler/innen, Lehrer/innen, Eltern, Bildungspolitiker/innen, Fachwissenschaftler/innen und Fachdidaktiker/innen der Unterrichtsfächer, allgemeine Pädagog/inn/en, Psycholog/inn/en, Berufsausbilder/innen, Lehrmeister/innen, Wirtschaftsvertreter/innen u.a. Da ist es kaum verwunderlich, dass Bildung und Schule von verschiedenen Akteuren verschiedenen wahrgenommen und entsprechend verschieden als Wirklichkeit konstituiert werden. Fachlich und gesellschaftlich umstrittene Sachverhalte in der Wissensdomäne Bildung und Schule sind unter anderen mit folgenden lexikalischen Einheiten benannt und verknüpft

  1. PISA (TIMMS, IGLU)
  2. Standard, Kompetenz, Aufgaben
  3. Wissen, Leistung(sniveau), Bildung(sniveau)
  4. Orthographische Kompetenz, Lese-/Schreibkompetenz, Kommunikative Kompetenz
  5. Schlüsselqualifikationen, Berufsfähigkeit
  6. Migration

 

Mitglied im Projekt EurEd: Exploring interconnectedness. Constructions of European and national identities in educational media (Leitung: Prof. Dr. Katja Gorbahn [DK], Prof. Dr. Jan Engberg [DK], Dr. Erla Hallsteinsdóttir [DK], Prof. Dr. Jörg Kilian[D], Prof. Dr. Anja Ballis [D], Prof. Dr. Heike Zinsmeister [D], Prof. Dr. Ingrid Schröder [D]) (Laufzeit: 2018 – 2020) 

 

  • abgeschlossene Projekte

 

Mitarbeit im Projekt Nationale Stereotype und Marketingstrategien in der interkulturellen deutsch-dänischen Kommunikation (Gefördert aus INTERREG 4A Syddanmark-Schleswig-K.E.R.N. mit Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung);  Leitung Leadpartner: Prof. Dr. Erla Hallsteinsdottír (Syddansk Universitet Odense); Leitung Projektpartner: Prof. Dr. Jörg Kilian (Christian-Albrechts-Universität zu Kiel); Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an der CAU Kiel: HD Dr. Sonja Vandermeeren, Dr. Tobias Heinz, Annika Hofmann, Raphaela Winkler, Carolin Venne. Das Hauptziel des Projekts ist die Entwicklung von Konzepten, Strategien, Empfehlungen und Beispielen für die Umsetzung von positiven Stereotypen und Vermeidung von negativen Stereotypen in der interkulturellen deutsch-dänischen Kommunikation in der INTERREG-Region. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Kommunikation in der Wirtschaft und im Fremdsprachenunterricht. Die Grundlage für die praktische Umsetzung bildet eine empirische Beschreibung der gegenseitigen stereotypen Vorstellungen, die durch Analysen der heute existierenden deutsch-dänischen Stereotype erstellt wird. Eine solche Beschreibung, die in einer frei zugänglichen Stereotypen-Datenbank online gestellt werden soll, liefert wichtige Ergebnisse für die Vermeidung von Fettnäpfchen (negative Stereotype) und die gezielte Ausnutzung positiver Stereotype in der interkulturellen Kommunikation (v.a. Organisations- und Wirtschaftskommunikation) sowie im grenzüberschreitenden Marketing und Werbung. Weitere Informationen unter: SMiK-Projekt (Interreg 4a)

 

Mitarbeit im DFG-Projekt ‚Empirisierung des Transzendentalen‘. Epistemologische Voraussetzungen und Erscheinungsformen der Moderne in Wissenschaft, Literatur und Kunst um 1900 http://www.empirisierung-des-transzendentalen.de 

Leitung: Dr. Philip Ajouri und Jun.-Prof. Dr. Benjamin Specht, Universität Stuttgart

  • Das DFG-Netzwerk (Laufzeit: 06/2014 – 06/2017) ist interdisziplinär angelegt: 
  • Philosophie: Apl. Prof. Dr. Myriam Gerhard, Prof. Dr. Paul Ziche
  • Kunstgeschichte: Dr. des. Dominik Brabant
  • Kunst- und Bildwissenschaft: Sara Hillnhütter, M.A.
  • Neuere deutsche Literatur: Dr. Philip Ajouri, Dr. Matthias Berning, PD Dr. Marcus Hahn, Prof. Dr. Jutta Müller-Tamm, Jun.-Prof. Dr. Benjamin Specht
  • German Studies / Etudes Germaniques: Dr. Angus Nicholls, Prof. Dr. Céline Trautmann-Waller
  • Neuere deutsche Literatur- und Ideengeschihcte: Dr. Katrin Max
  • Germanistische Linguistik: Dr. Tobias Heinz
  • Literaturwissenschaft/Medizingeschichte: Dr. Dr. Martina King
  • Wissenschaftsgeschichte: Clemens Janisch

Das DFG-Netzwerk bringt Vertreter unterschiedlicher Disziplinen unter dem Dach einer gemeinsamen problemgeschichtlichen Fragestellung zusammen: Auf welche Weise wird die empirische Untersuchung der menschlichen Erkenntnisbedingungen in einem Zeitraum von ca. 1850 bis 1920 reflektiert und wie hängt sie mit der Herausbildung der ‚ästhetischen Moderne‘ zusammen? Im Zuge des Aufstiegs der Erfahrungswissenschaften lassen sich ab Mitte des 19. Jahrhunderts drei Wissensfelder identifizieren, die in besonderem Maße zu einer ‚Empirisierung des Transzendentalen‘ beigetragen haben. Erstens wird das ehemals ‚transzendentale Apriori‘, wie es der philosophische Idealismus um 1800 noch als durch Erfahrung unhintergehbaren Fixpunkt des Wissens konzipiert, nun von Philosophen, Physikern, Physiologen und Psychologen in der psychischen und physischen Konstitution des Menschen gesucht und damit erfahrungswissenschaftlich unterlaufen. Zweitens wird es von Historikern, Völkerpsychologen und später auch Soziologen in Abhängigkeit von der sozialen und kulturellen Vergesellschaftung des Menschen gesehen. Drittens wird in der entstehenden Linguistik und in außerakademischen sprachkritischen Reflexionen die Sprache als Bedingung der Möglichkeit von Erkenntnis in den Blick genommen. Indem man auf all diesen Wissensfeldern die Erkenntnisinstanzen empirisch behandelt, erscheinen sie zunehmend als kontingent. Diese wissenschafts- und erkenntnistheoretische Problemkonstellation verhandeln auch Künstler und Literaten der Zeit, und zwar nicht allein, indem sie sie zum expliziten Thema machen, sondern auch, indem sie neue ‚moderne‘ künstlerische Verfahren entwickeln und auf diese Weise an der Modellierung neuer Erkenntnismodelle partizipieren. So konstituiert sich die ‚ästhetische Moderne‘ auch anhand eines erkenntnistheoretischen Problems.

Vorträge

  • Semantik der Seele. Der Seelenbegriff Hermann Pauls. (Vortrag im Rahmen des vierten Workshops des DFG-Netzwerks Empirisierung des Transzendentalen an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg, 2. Juli 2016).
  • Der Bremer Reformpädagoge Fritz Gansberg und die Sprachlehre des frühen 20. Jahrhunderts (Vortrag im Rahmen des dritten Workshops des DFG-Netzwerks Empirisierung des Transzendentalen an der Leopold-Franzens-Universität Innsbruck, 5. Dezember 2015).
  • Stereotypengalaxien in Schulbuch und Unterricht (Vortrag auf der Interdisziplinären Konferenz {DEUTSCH} und {DÄNISCH} im Stereotyp: Stereotypenwelten und ihre sprachlich-kulturellen Konstituierungsformen an der Süddänischen Universität Odense, 27. Februar 2015).
  • Wortschatzarbeit als Herausforderung. Zur historisch-konzeptionellen Basis einer didaktischen Modellierung (Vortrag im Rahmen des Berufungsverfahrens W3-Universitätsprofessur für Germanistische Sprachwissenschaft an der Europa-Universität Flensburg, 14. Januar 2015).
  • Stereotypengalaxien in Schulbuch und Unterricht (Vortrag auf der interdisziplinären Konferenz {DEUTSCH} und {DÄNISCH} im Stereotyp: Stereotypenwelten und ihre sprachlich-kulturellen Konstituierungsformen an der Süddänischen Universität Odense, 27. Februar 2015).
  • Nationen im Stereotyp. Linguistische Perspektiven auf nationale Wahrnehmungsmuster aus deutsch-dänischer Sicht (Vortrag im Rahmen der Braunschweiger Vorlesungsreihe Babel in Braunschweig, 24. Juni 2014).
  • Von der Klarheit und Deutlichkeit der Worte. Wortschatzarbeit und Wissensvermittlung in der aufklärerischen Sprachlehre. Vortrag auf dem Deutschen Germanistentag 2013 an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, 24. September 2013).
  • Metapher und Medialität (Vortrag im Rahmen des Berufungsverfahrens W1-Juniorprofessur "Fachdidaktik Deutsch" an der Otto von Guericke-Universität Magdeburg, 24. Mai 2013).
  • (gemeinsam mit Dr. des. Alexander Horn): Diskursive Entfaltung sprachkritischen Wissens (Vortrag auf dem GAL-Kongress 2012 an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen "Wörter, Wissen, Wörterbücher", 19. September 2012).
  • Das Verschwinden der Metapher. Sprachdidaktische Perspektiven auf den metaphorischen Wortschatz (Tagung Das Faszinosum Metapher. Erwerb, Bedeutung, Struktur, Funktion und Verstehen eines komplexen Phänomens aus interdisziplinärer Perspektive an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster, 9. Dezember 2011).
  • Code, Varietät, Stil: Die germanistische Linguistik sucht die literarische Sprache (Vortrag auf dem Kolloquium Sprachkunst - Spuren und Spiegelungen zu Ehren Prof. Dr. Helmut Hennes anlässlich seines 75. Geburtstages an der TU Carolo-Wilhelmina zu Braunschweig, 27. Mai 2011).
  • Politische Fachsprache in der Sprachbiographie Erwachsener (Vortrag auf der 13. Internationalen Fachtagung der Arbeitsgemeinschaft "Sprache in der Politik e.V." Politik als sprachlich gebundenes Wissen an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, 19. Mai 2011).
  • Im Schatten des Krieges: Der Sprachort Wien 1914. Zum Fremdwortdiskurs in Literatur, Politik und Publizistik (Vortrag auf dem Deutschen Germanistentag 2010 an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, 21. September 2010).
  • "Ich glaube zeigen zu können, daß es da ein bisher ganz vernachlässigtes Studium gibt" - Über Wilhelm von Humboldt und die Genese seines Sprachprojektes (Vortrag im Rahmen der Braunschweiger Vorlesungsreihe Sprachdenker, 22. Juni 2010).
  • Kommunikative Herausforderungen der technisch-wissenschaftlichen Welt: Fachsprachen zwischen Offenheit und Normierung (Vortrag im Rahmen der Braunschweiger Vorlesungsreihe Hauptwerke der Weltliteratur. Wechselwirkungen: Kultur und Technik, 10. November 2009).
  • Einführung in Arthur Schnitzlers Novelle Sterben und Moderation der Lektüre und Diskussion im Rahmen des Lese- und Gesprächsseminars Solidarität und Gegenseitigkeit der Viktor von Weizsäcker-Gesellschaft (Braunschweig, 20. und 21. Juni 2009).
  • "Worte sind Formeln, die könnens nicht sagen". Sprachreflexionen im Werk Hugo von Hofmannsthals (Vortrag im Rahmen der Braunschweiger Vorlesungsreihe Sprachgeschichten, 17. Juli 2007).

 

Organisation von Veranstaltungsreihen, Tagungen und Workshops

  • (gemeinsam mit Katja Gorbahn und Erla Hallsteinsdóttir) Leitung des Symposions Stereotype in der Sprach|aus|bildung: Intra- und interkulturelle Perspektiven auf dem GAL-Kongress 2016 SPRACH|KULTUR|EN an der Universität Koblenz (27.-30. September 2016).
  • (gemeinsam mit Dr. Jana Kiesendahl und Christine Ott, M.A.) Leitung des Symposions Linguistische Perspektiven auf das Schulbuch als Lehr- und Lernmedium - von Comenius bis heute auf dem GAL-Kongress 2014 "Angewandte Linguistik in der Lehre - Angewandte Linguistik lehren" an der Philipps-Universität Marburg (16.-19. September 2014).
  • (gemeinsam mit Dr. Iris Forster und Dr. Dina Lüttenberg) Organisation des öffentlichen Kolloquiums Sprachkunst - Spuren und Spiegelungen an der TU Carolo-Wilhelmina zu Braunschweig zu Ehren Prof. Dr. Helmut Hennes anlässlich seines 75. Geburtstages, 27. Mai 2011.
  • (gemeinsam mit Dr. des. Alexander Horn) Wörterbuchwerkstatt zur kritischen Semantik. Workshop im Rahmen der Akademietagung Sprachkritik in der Schule an der Universität Greifswald (30. April 2010).
  • (gemeinsam mit Prof. Dr. Martin Neef) Organisation der vom Institut für Germanistik, Abt. Germanistische Sprachwissenschaft verantworteten Vorlesungsreihe Sprachdenker an der TU Braunschweig, SoSe 2009 (Publikation der Beiträge in: Forster/Heinz/Neef [Hrsg.] 2012).

Publikationen

Monographien

 

Herausgebertätigkeit

  • (2018): (gemeinsam mit Jörg Kilian) Der Deutschunterricht 2/2018: Wilhelm von Humboldt.
  • (2015): (gemeinsam mit Jana Kiesendahl und Christine Ott) Sprachliche Bildung und linguistische Schulbuchforschung. (= Mitteilungen des Deutschen Germanistenverbandes 4/1015).
  • (2012): (gemeinsam mit Iris Forster und Martin Neef) Sprachdenker. Frankfurt a. M. [u.a.]: Lang.
  • (2010): (gemeinsam mit Iris Forster) Deutsche Gegenwartssprache. Globalisierung, Neue Medien, Sprachkritik. Stuttgart: Reclam (= Texte und Materialien für den Unterricht).

 

Aufsätze

  • (in Vorb.): Kreativ-energetische Sprachauffassungen und Sprachkrise (Herder, Humboldt, Fritz Mauthner, Hugo von Hofmannsthal, Friedrich Nietzsche u.a.). In: Handbuch Sprachkritik. Hgg. von Thomas Niehr/Jörg Kilian/Jürgen Schiewe. Stuttgart: Metzler.
  • (2017): Sprachliches und literarisches Lernen in der Welt der Großstadtkinder. Schule, Unterricht und Urbanitätserfahrung im pädagogisch-didaktischen Werk Fritz Gansbergs. In: KulturPoetik. Journal für Cultural Poetics. Hgg. Von Manfred Engel, Bernard Dieterle, Monika Ritzer und Benjamin Sprecht. Bd. 17, H. 1, S. 122-140.
  • (2016b): (gemeinsam mit Philipp Baunsgaard Koll) Didaktisch-methodische Perspektiven auf nationale Stereotype: Facetten einer unterrichtspraktischen Konkretisierung. In: Linguistik online Bd. 79, Nr. 5. {German} and {Danish} in stereotypes. The worlds of stereotypes and their linguistic-cultural constitution forms/{deutsch} und {dänisch} im Stereotyp. Stereotypenwelten und ihre sprachlich-kulturellen Konstituierungsformen. Edited by/herausgegeben von Erla Hallsteinsdóttir and/und Jörg Kilian, S. 381-398. 
  • (2016a): (gemeinsam mit Philipp Baunsgaard Koll) Nationale Stereotype und sprachliche Bildung. Sensibilisierung, Reflexion, Kritik. In: Andreas Hettiger, Martin Neef & Katja Wermbter (eds.): Babel re-searched: Braunschweiger Beiträge zu Mehrsprachigkeit und Interkulturalität. Marburg: Tectum, S. 255-279.
  • (2015d): (gemeinsam mit Jana Kiesendahl und Christine Ott) Sprachliche Bildung und linguistische Schulbuchforschung. Zur Einführung. In: Sprachliche Bildung und linguistische Schulbuchforschung. (= Mitteilungen des Deutschen Germanistenverbandes 4/15), S. 313-315.
  • (2015c): (gemeinsam mit Jana Pflaeging) Metaphern in Sprache und Bild: Zum Vermittlungspotenzial von Arbeitsmaterialien in Deutschlehrwerken. In: Jana Kiesen-dahl/Christine Ott (Hrsg.): Linguistik und Schulbuchforschung. Gegenstände - Methoden - Perspektiven. Göttingen: V&R unipress (= Eckert. Die Schriftenreihe, Bd. 137), S. 235-253.
  • (2015b): Das Verschwinden der Metapher. Sprach- und literaturdidaktische Perspektiven auf den metaphorischen Wortschatz. In: Constanze Spieß/Klaus-Michael Köpcke (Hrsg.): Metapher und Metonymie. Theoretische, methodische und empirische Zugänge. Berlin/Boston/München: de Gruyter (= Empirische Linguistik, Bd. 1), S. 297-321.
  • (2015a): Von der Klarheit und Deutlichkeit der Worte. Wortschatzarbeit und Wissensvermittlung in der aufklärerischen Sprachlehre. In: Jörg Kilian/Jan Eckhoff (Hrsg.): Deutscher Wortschatz - beschreiben, lernen, lehren. Beiträge zur Wortschatzarbeit in Wissenschaft, Sprachunterricht, Gesellschaft. Frankfurt a. M.: Lang (= Germanistik - Didaktik - Unterricht, Bd. 13), S. 223-242.
  • (2014): Kommunikative Herausforderungen der technisch-wissenschaftlichen Welt: Fachsprachen zwischen Normierung, Offenheit und literarischer Inszenierung. In: Cord-Friedrich Berghahn u. Renate Stauf (Hrsg.): Wechselwirkungen. Die Herausforderung der Künste durch die Wissenschaften. Heidelberg: Winter (= Germanisch-Romanische Monatsschrift, Beiheft 54), S. 201-220.
  • (2013b): Politische Fachsprache in der Sprachbiographie. Sprachkritische Annäherung und sprachdidaktische Modellierung. In: Jörg Kilian/Thomas Niehr (Hrsg.): Politik als sprachlich gebundenes Wissen. Politische Sprache im lebenslangen Lernen und politischen Handeln. Bremen: Hempen (= Sprache – Politik – Gesellschaft, Bd. 8), S. 119-134.
  • (2013a): (gemeinsam mit Alexander Horn) Diskursive Entfaltung sprachkritischen Wissens. In: Sprachreport 29, H. 1-2, S. 19-27.
  • (2012c) „…die Hetze auf die fremden Wörter“: Wortkämpfe im Schatten des Krieges. Der Sprachort Wien 1914. In: Heidrun Kämper/Jörg Kilian (Hrsg.): Wort – Begriff – Diskurs. Deutscher Wortschatz und europäische Semantik. Bremen: Hempen (= Sprache – Politik – Gesellschaft, Bd. 7), S. 137-157.
  • (2012b) „Ich glaube zeigen zu können, dass es da ein ganz vernachlässigtes Studium giebt“: Wilhelm von Humboldt und die Genese seines Sprachprojektes. In: Iris Forster/Tobias Heinz/Martin Neef (Hrsg.): Sprachdenker. Frankfurt a. M. [u.a.]: Lang, S. 17-38.
  • (2012a): (gemeinsam mit Iris Forster und Martin Neef) „Zurückstrahlen aus einer fremden Denkkraft“: Sprachdenken zwischen Kognition und Kultur. Eine Annäherung. In: Iris Forster/Tobias Heinz/Martin Neef (Hrsg.): Sprachdenker. Frankfurt a. M. [u.a.]: Lang, S. 7-13.
  • (2011): (gemeinsam mit Alexander Horn) Wörterbuchwerkstatt zur kritischen Semantik. In: Birte Arendt/Jana Kiesendahl (Hrsg.): Sprachkritik in der Schule. Theoretische Grundlagen und ihre praktische Relevanz. Göttingen: V&R unipress, S. 217-238.
  • (2010b): Sprachbiographie und Sprachbewusstsein Hugo von Hofmannsthals. In: Martin Neef/Christina Noack (Hrsg.): Sprachgeschichten. Eine Braunschweiger Vorlesung. Bielefeld: Verlag für Regionalgeschichte (= Braunschweiger Beiträge zur deutschen Sprache und Literatur, Bd. 14), S. 27-53.
  • (2010a): (gemeinsam mit Iris Forster) Einleitung. In: Deutsche Gegenwartssprache. Globalisierung, Neue Medien, Sprachkritik. Stuttgart: Reclam (= Texte und Materialien für den Unterricht), S. 5-26.
  • (2008): "...lauter Fiktionen der prekärsten Art": Rudolf Borchardts essayistische Geschichtskonstruktion. Zur neueren Forschung. In: GRM, N.F., Bd. 58, H. 3, S. 333-341.
  • (2001): T. Heinz et al.: Beiträge zum Deutschen Wörterbuch. Aus der Arbeit am neuen Paul (10. Aufl.). In: ZGL 2/2001, S. 219-241.

 

 Rezensionen

  • (2016): Kersten Sven Roth/Jürgen Spitzmüller/Birte Arendt/Jana Kiesendahl (Hgg.): Sprache, Universität, Öffentlichkeit. Festschrift für Jürgen Schiewe. Bremen: Hempen 2015. In: Zeitschrift für Rezensionen zur germanistischen Sprachwissenschaft (ZRS); 8 (1–2), S. 48–52.
  • (2012): Anne Betten / Jürgen Schiewe (Hrsg.): Sprache - Literatur - Literatursprache. Linguistische Beiträge. Berlin: Erich Schmidt Verlag 2011 (= Philologische Studien und Quellen; Heft 234). In: Muttersprache 122, H. 2, S. 172-175.
  • (2010b): Fabjan Hafner: Peter Handke. Unterwegs ins neunte Land. Wien 2008. In: Germanistik 51, H. 1-2, S. 442.
  • (2010a): Bernhard Sylla: Hermeneutik der langue. Weisgerber, Heidegger und die Sprachphilosophie nach Humboldt. Würzburg 2009 (= Epistemata, Reihe Philosophie, 459). In: Germanistik 51, H. 1-2, S. 28f. 
  • (2009): Fabian Overlach: Sprache des Schmerzes - Sprechen über Schmerzen. Eine grammatisch-semantische und gesprächsanalytische Untersuchung von Schmerzausdrücken im Deutschen. Berlin, New York 2008 (= Linguistik - Impulse und Tendenzen, 30). In: Germanistik 50, H. 3-4, S. 591.
  • (2008): Andreas Schirmer: Peter-Handke-Wörterbuch. Prolegomena. Wien 2007. In: Germanistik 49, H. 3-4, S. 960f.
  • (2007): Gerd Fritz: Einführung in die historische Semantik. Tübingen 2005 (= Germanistische Arbeitshefte, 42). In: Germanistik 48, H. 1-2, S. 57.

 

Sonstiges

  • (2002): Artikel in: Hermann Paul: Deutsches Wörterbuch. Bedeutungsgeschichte und Aufbau unseres Wortschatzes. Zehnte, überarb. und erw. Aufl. von Helmut Henne, Heidrun Kämper und Georg Objartel. Tübingen.
  • (i. Vorb.): Artikel in: Schriftlinguistik. Hgg. v. Martin Neef und Rüdiger Weingarten (= Wörterbücher zur Sprach- und Kommunikationswissenschaft).
  • (i. Vorb.): Artikel in: Sprachdidaktik. Erstsprache, Zweitsprache, Fremdsprache. Hgg. von Jörg Kilian und Jutta Rymarczyk (= Wörterbücher zur Sprach- und Kommunikationswissenschaft; 16). 

 

Tobias Heinz gehört zu den Erstunterzeichnern der

"Aachener Erklärung zur Rolle der Sprachwissenschaft in der Gesellschaft": http://www.ak-sprachkritik.de/aachener_erklaerung.htm