Deutsche Sprachwissenschaft

Aktuelle Projekte & Tagungsorganisation

Laufende Projekte:

Erscheinungsweisen von Welt. oder: Eine Grammatik der Subjektivität. 

Studien zum Modalsystem des Deutschen im Grenzbereich von Sprachphilosophie und (kognitiver) Grammatik. (Arbeitstitel, seit 2021)

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Sprache und Öffentlichkeit (seit 2021)

Das Projekt untersucht das Verhältnis von Fachlinguistik und der Sprachbetrachtung von Laien. Ziel ist, für einen verstärkten Austausch zu werben bzw. ein größeres gegenseitiges Verständnis zu erreichen. Untersucht und dargestellt werden zentrale Konzepte und Methoden der Linguistik, die sich mit der Erforschung von Sprache in der Öffentlichkeit auseinandersetzen (Sprachideologien, -einstellungen, -konzepte, -normen, -kritik).

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Der Ort der Sprache im Leben. Eine Philosophie natürlicher Sprachbetrachtung (seit 2021)

Es stellt sich im Themenfeld Sprache und Kultur, deren Zusammenhang eines der am vielfältigsten behandelten Projekte darstellt, allerdings gewissermaßen zwangsläufig die Frage, warum es einer erneuten Auseinandersetzung bedarf, wenn doch erst jüngst Jäger et al. (2016) gezeigt haben, dass das Thema auf fast 1000 Seiten beschreibbar ist. Nun gibt es auf diese Frage, die gleichwohl auch als Einwand verstanden werden kann, zwei verschiedene Antworten. Die eine ist – so könnte man sagen – soziologischer Natur, die andere nimmt eine linguistische Perspektive ein. Zunächst zur Soziologie: Der Zusammenhang von Sprache und Kultur muss allein schon deshalb von Zeit zu Zeit einer Neubestimmung unterzogen werden, da beide Entitäten, sowohl Sprache als auch Kultur, keine statischen Gebilde, sondern dynamische Elemente sind, die selbst einem stetigen Wandel ausgesetzt sind, woraus die Notwendigkeit entsteht, auch ihr Verhältnis einer neuerlichen Reflexion zu unterziehen. Diese Studie ist in dieser Perspektive also als Gegenwartsdiagnose zu verstehen, die einerseits die sprachlich formierten Lebenswelten des Alltages untersuchen und andererseits daraus die Position der Sprachwissenschaft ableiten möchte. Die linguistische Antwort ist, dass innerhalb der Erforschung des Zusammenhanges von Sprache und Kultur ein zentraler Punkt bisher unberücksichtigt geblieben ist bzw. nicht ausreichend expliziert wurde: die Kognition. Die folgenden Überlegungen versuchen also ein Modell zu explizieren, das eine Einfaltung von Sprache, Kultur und Kognition versucht.

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Das Lautdenkmal reichsdeutscher Mundarten - Rekonstruktion, Edition, Analyse (seit 2018)

Das "Lautdenkmal reichsdeutscher Mundarten zur Zeit Adolf Hitlers" ist eine Sammlung von 300 Schallplatten regionaler Varietäten anlässlich des Geburtstags Hitlers im Jahr 1937. Das Lautdenkmal wurde vom Reichsbund deutscher Beamten initiiert und organisatorisch durchgeführt. Das Ziel des Editionsprojektes (Leitung: Dr. Christoph Purschke, Luxemburg) ist folgendes: "Im Rahmen des Projektes soll das Lautdenkmal erstmals komplett digitalisiert und ediert werden, inklusive der nachträglich erhobenen Aufnahmen für Österreich und das Sudetenland. Zudem soll das erhaltene Kontextmaterial (Transkriptionen, Übersetzungen, Aufnahmeprotokolle, Korrespondenz) digital gesichert und erschlossen werden. Darüber hinaus geplant ist die Rekonstruktion der Zeitungsüberlieferung zum Lautdenkmal, das - dem Interesse des Reichsbundes der Deutschen Beamten geschuldet - als Mittel der nationalsozialistischen Propaganda eingesetzt wurde." (weitere Infos hier).

Projektrelevante Publikationen:

Toke Hoffmeister & Verena Sauer (2020): "Un jetz aufn deutschen Stroum asu ze fohrn..." / "... dormit de Föihrer mit uns tofräden is". Charakteristika des Lautdenkmals reichsdeutscher Mundarten am Beispiel zweier Aufnahmen aus Bayern und Schleswig-Holstein. In: Markus Hundt, Andrea Kleene, Albrecht Plewnia, Verena Sauer (Hrsg.): Regiolekte - objektive Sprachdaten und subjektive Wahrnehmung. (Studien zur deutschen Sprache 84). Tübingen: Narr.

Toke Hoffmeister & Verena Sauer (2018): "Und ein Leem, ihr Leut!" - Sprachliche Vielfalt im Lautdenkmal reichsdeutscher Mundarten., Posterpräsentation im Rahmen des Forschungstages "Vielfalt" des Collegium Philosophicum der CAU Kiel, 5.07.2018, Kiel, PDF

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Abgeschlossene Projekte:

"Sprachwelten und Sprachwissen. Theorie und Praxis einer kognitiven Laienlinguistik" (2017-2021)

Die Dissertation erscheint 2021/2022 in der Reihe Sprache und Wissen im de Gruyter-Verlag.

Projektrelevante Publikationen:

[i.V., 2021] Das laienlinguistische Konzept der Variation. Regional - funktional - sozial. In: Elisabeth Scherr & Arne Ziegler (Hrsg.): In Stadt und Land. Perspektiven variations- und soziolinguistischer Forschung. Linguistik Online. [peer reviewed]

[i.V., 2021] Sprachkonzepte in der Öffentlichkeit - Kognitive Repräsentationen von System und Gebrauch der deutschen Sprache. In: Toke Hoffmeister, Markus Hundt & Saskia Naths (Hrsg.): LaienWissenSprache. Konzepte, Anwendungsfelder und Perspektiven der Folk Linguistics im deutschsprachigen Raum. Berlin, Boston: De Gruyter.

[2020c] Der Laie als Experte. Mit wem haben wir es in der Wahrnehmungsdialektologie eigentlich zu tun? In: Niederdeutsches Wort 60. (gemeinsam mit Markus Hundt und Saskia Naths)

[2020b] Die Aktivierung inaktiver Wissensbestände. Zur Repräsentation dialektologischen Wissens. In: Markus Hundt, Andrea Kleene, Albrecht Plewnia & Verena Sauer (Hrsg.): Regiolekte - objektive Sprachdaten und subjektive Wahrnehmung. Tübingen: Narr, 157-184.

[2020a] Subjektive Grammatikalitätstheorien. Entstehung, Verbreitung und forschungspraktische Konsequenzen. In: Deutsche Sprache 3/2020, 233-248. [peer reviewed]

[2019] Laien als Experten und Experten als Laien. Zur Problematik eines etablierten Begriffspaares. In: Yvonne Hettler, Andrea Kleene, Lars Vorberger (Hrsg.): Aktuelle Sprachvariationsforschung. Zugänge und Tendenzen. Linguistik Online 99/6, 151-174. [peer reviewed]

Tagungsorganisation

LaienWissenSprache5.09. - 7.09.2019 an der CAU Kiel

Nähere Informationen gibt es auf der Homepage der Tagung.

Ein Tagungsbericht ist erschienen: Henrik Schmidtke (2019): Internationale Fachtagung „LaienWissenSprache“ Kiel, 05.–07. September 2019. In: Zeitschrift für Dialektologie und Linguistik 86/3, 331-338.