Deutsche Sprachwissenschaft

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Tagung LaienWissenSprache, vom 5.09. - 7.09.2019 an der CAU Kiel:

Die Tagung setzt verschiedene Schwerpunkte:

1)      Erstens geht es um die theoretische Grundlegung des Begriffs linguistischer Laie, der in den bisherigen Arbeiten eher vortheoretisch bzw. als gesetzt verwendet wurde. Zweitens wird es um die Modellierung laienlinguistischer Konzeptualisierungen selbst gehen. Dabei wird dann auch die Behandlung des vielschichtigen Wissensbegriffs eine Rolle spielen. Drittens sollen in verschiedenen Beiträgen Einstellungen zu verschiedenen Varietäten und Systembereichen der deutschen Sprache thematisiert werden. Viertens wird die Sprachnormenfrage mit Blick auf Sprachnormkonzeptualisierungen linguistischer Laien gestellt.

2)      Die eben genannten inhaltlichen Schwerpunkte werden jeweils unter den Aspekten der theoretischen Modellierung (z.B. das Konzept des linguistischen Laien, Struktur laienlinguistischer Konzepte) und der bei der Rekonstruktion linguistischen Laienwissens obwaltenden Erhebungsprobleme in methodischer Hinsicht diskutiert. Dies wird – in einzelnen Beiträgen – am Beispiel von empirischen Untersuchungen zum sprachlichen Laienwissen erfolgen.

Das übergeordnete Ziel der Tagung ist die Etablierung der folk linguistics im Forschungskontext der germanistischen Sprachwissenschaft durch den Austausch ausgewiesener Experten im Rahmen der Tagung.

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Dissertationsprojekt zum Thema "Theorie der Laienlinguistik. Modellierung und Erhebung laienlinguistischer Wissensbestände." (Arbeitstitel)

Abstract: 

Die Arbeit hat zum Ziel eine möglichst umfassende Theorie der Laienlinguistik aufzustellen. Ein erster Versuch hierzu wurde von Antos (1996) unternommen, der sich methodisch jedoch auf Sprachratgeber stützt und somit eher eine Linguistik für Laien untersucht. An dieser Stelle soll das Sprachwissen linguistischer Laien in verschiedenen Bereichen der germanistischen Linguistik (Syntax, Morphologie, Phonetik/Phonologie […]) erhoben werden, sodass schließlich nicht nur konkrete Wissensinhalte vorliegen, sondern in einem zweiten Schritt hieraus eine möglichst umfassende Theorie laienlinguistischen Wissens vom Wissenserwerb bis zu Reproduktion vorliegt. Im Unterschied zu einigen Voruntersuchungen wird also eine Linguistik von Laien in den Blick genommen.

Dadurch, dass diese Thematik bisher in der Forschung zumeist vernachlässigt wurde, sind elementare Begrifflichkeiten nicht oder nur unzureichend definiert. So wird der Begriff des Laien zwar durchgehend verwendet, eine Reflexion oder eine Definition des Begriffs liegt bis heute aber nicht vor. Von dieser Lücke ausgehend soll die Theoriebildung erfolgen, die schließlich zwei Grundlegende Ziele verfolgt: 1. Definition des Begriffs Laie und 2. Modellierung laienlinguistischer Wissensinhalte und -strukturen.