Deutsche Sprachwissenschaft

AK KxG

Arbeitskreis "Konstruktionsgrammatik des Deutschen"

 

 

Alexander Lasch (Kiel) & Alexander Ziem (Düsseldorf)

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Obwohl die Konstruktionsgrammatik (kurz: KxG) im englischsprachigen Raum längst als gut etabliert und organisiert geltend darf, ist dies für den deutschsprachigen Raum - und hier insbesondere für jene konstruktionsgrammatische Forschung, die sich mit dem Deutschen als Zielsprache beschäftigt - keineswegs der Fall. Dem Vorbild der konstruktionsgrammatisch inspirierten Gesprochene-Sprache-Forschung folgend, versucht der Arbeitskreis "Konstruktionsgrammatik des Deutschen" diesem Defizit zu begegnen. Gegründet wurde er von Alexander Lasch & Alexander Ziem auf der Tagung "Konstruktionsgrammatik: Neue Perspektiven zur Untersuchung des Deutschen und Englischen"

im Februar 2010 an der CAU zu Kiel. Langfristiges Ziel ist es, ein möglichst umfassendes Repertoire an Konstruktionen, das die deutsche Gegenwartssprache in den Bereichen Mündlichkeit und Schriftlichkeit ausmacht, empirisch zu ermitteln, zu beschreiben und mittels Einzelfallanalysen auszuweisen. Durch die Behandlung gemeinsamer Fragestellungen versucht der Arbeitskreis, konstruktionsgrammatisch orientierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die ihre Forschung auf die Gegenstandssprache Deutsch ausrichten, nachhaltig zu vernetzen und ins Gespräch zu bringen, um die notwendige Grundlage für eine langfristige Zusammenarbeit zu schaffen.

Der Arbeitskreis versteht sich als eine undogmatische Organisation von LinguistInnen mit ähnlichen Forschungsinteressen. So, wie sich die KxG als allgemeine und umfassende Theorie einer Sprache, ihrer Strukturen, ihres Wandels und ihrer Entstehung versteht, versucht auch der Arbeitskreis, ein möglichst breites Spektrum an Frage- und Problemstellungen abzudecken. Er ist offen für neue Anregungen und Themenfelder - und für alle Interessierte, die sich aktiv oder als ZuhörerInnern einbringen wollen.

Ziele

Die inhaltlichen Zielsetzungen des Arbeitskreises betreffen insbesondere fünf Bereiche:

  • Diskussion zentraler Frage- und Problemstellungen: Trotz der verstärkten Rezeption der KxG in der germanistischen Linguistik sind die Bestrebungen, ein alternatives grammatisches Beschreibungsmodell einer breiteren Fachöffentlichkeit bekannt zu machen, noch in den Anfängen. Dies betrifft sowohl die Verständigung über die theoretische Basis und die methodischen Zugänge, die die KxG offeriert, als auch den Gegenstand, den es konstruktionsgrammatisch zu beschreiben gilt.
  • Identifizierung von Konstruktionen im Deutschen: Die Anzahl empirischer Fallstudien zur deutschen Gegenwartssprache ist bislang überschaubar gering; auch an kontrastiven Studien mangelt es. Die größten Fortschritte sind derzeit im Bereich der Gesprochene-Sprache-Forschung zu verzeichnen. Ziel ist es, auf allen Ebenen der Organisation sprachlicher Zeichen Konstruktionen auszumachen, um ein möglichst vollständiges Bild vom ?Konstruktikon? der deutschen Sprache und seiner Spezifik zu erhalten.
  • Frame-Semantik als integraler Bestandteil einer KxG: Die Bedeutungsseite (grammatischer) Konstruktionen ist bislang nur sehr unzureichend und unvollständig beschrieben worden. Im Anschluss an Fillmores und Goldbergs Versuch der Integration frame-semantischer Aspekte soll im verstärkten Maße der Frage nachgegangen werden, inwiefern sich Frames vollumfänglich zur Beschreibung und Ermittlung der Inhaltsseite von Konstruktionen einbinden lassen.
  • Konstruktionen als Ergebnisse (gesprochen-)sprachlicher Praktiken. Trotz der Definition von Konstruktionen als konventionalisierte Form-Bedeutungspaare ist es bislang versäumt worden, die soziale Dimension von Konstruktionen zu beleuchten und in die Analyse einzubeziehen. Über die gängige konstruktionsgrammatische Theoriebildung hinaus ist deshalb eine Erweiterung des Analysefokus angestrebt. Die Interaktionslinguistik hat im deutschsprachigen Raum einige Vorschläge unterbreitet, welche Gestalt diese konkret annehmen kann.
  • Verhältnisbestimmungen zu anderen Ansätzen: Die KxG tritt mit dem Anspruch auf, eine allgemeine Theorie einer Sprache, ihrer Entstehung und ihres Wandels vorzulegen. Dabei greift sie durchaus auch auf Theoreme anderer Ansätze zurück. Es scheint unabdingbar, eine detaillierte Verhältnisbestimmung zu verwandten Theoriebildungen vorzunehmen, auch um (Un-)Möglichkeiten der Integration neuer Fragestellungen kritisch zu prüfen und zu diskutieren.

 

 

Weitere Informationen

Diese Seite soll nur einem ersten Überblück dienen. Alle weiterführenden Informationen werden zentral auf der Website des Arbeitskreises "Konstruktionsgrammatik des Deutschen"

(zur Zeit noch im Aufbau) bereitgestellt und aktualisiert:

 

 

 

Zu aktuellen Diskussionen ist jeder Interessierte sehr gern eingeladen auf das Wordpress-Blog "Konstruktionsgrammatik".