Germanistisches Seminar

Gastdozenten / Forschungsaufenthalte

Herr Nobuharu Kakuchi ist Doktorand an der Universität Hokkaido/Japan und wird von September 2018 bis August 2020 einen zweijährigen Forschungsaufenthalt an der Niederdeutschen Abteilung des Germanistischen Seminars der CAU (Lehrstuhl Prof. Dr. Michael Elmentaler) absolvieren. In seinem Dissertationsprojekt beschäftigt sich Herr Kakuchi mit der niederdeutschen (plattdeutschen) Verbalsyntax, insbesondere mit zwei spezifischen Konstruktionen im Satzbau, die es in der standarddeutschen Hochsprache nicht gibt:

1) der doon-Periphrase, wie z.B. in dat he dat weten deit 'dass er das wissen tut',

2) der „Verbal-Hendiadys-Konstruktion“ oder „Pseudokoordination“. Damit sind Sätze gemeint wie Mien Vadder is bi un backt Koken 'Mein Vater ist dabei und backt Kuchen' (= ist dabei, Kuchen zu backen), Nu füng he an un snack vun fröher 'Nun fing er an und sprach von früher' (= fing an, von früher zu sprechen).

Herr Kakuchi möchte die Kenntnis und den Gebrauch solcher Formen bei niederdeutschkompetenten Sprechern aus Schleswig-Holstein überprüfen. Hierzu plant er eine größere Informantenbefragung sowie die Auswertung von spontanen Gesprächsdaten.

 

 

Frau Meimei Xue, M.A., Zhejiang-Universität Hangzhou (Partneruniversität der CAU), hat ein Promotionsstipendium des China Scholarship Councils für die Dauer von vier Jahren erhalten. Sie arbeitet seit dem 1.10.2019 als Doktorandin am Lehrstuhl für Deutsche Philologie/Didaktik der deutschen Sprache des Germanistischen Seminars (Prof. Dr. Jörg Kilian) an einer Dissertation zu dem Thema (Arbeitstitel): „Sprachliche Sozialisation der zweiten Generation chinesischer Migranten in Deutschland. Untersuchungen zu Spracherwerb und Sprachentwicklung (mit besonderer Rücksicht auf lexikalisch-seman- tische Aspekte und die Begriffsbildung)“.
Einen besonderen Schwerpunkt ihrer Arbeit legt Frau Xue auf Untersuchungen zu Einflüssen des Chinesischen als Erst- sprache (L1),  auf den Wortschatz- und Bedeutungserwerb im Deutschen als Zweitsprache (L2) sowie auf die Begriffs- bildung. Dazu wird das Konzept der „zweiten Generation“ genutzt, das einen sehr weiten Referenzbereich eröffnet und sowohl Kinder als auch Erwachsene in unterschiedlichen Stadien und auf unterschiedlichen Niveaus des L1- und des L2-Erwerbs einzubeziehen gestattet.

 

Herr Sam Mersch, M.A. (Doktorand an der Université du Luxembourg, Luxembourg Center for Contemporary and Digital History und Institut fir Lëtzebuerger Sprooch- a Literaturwëssenschaft) ist vom 17.2.2020 bis zum 29.3.2020 im Rahmen seines Dissertationsprojekts zur Luxemburgischen Mikrotoponymie und Sprachgeschichte am Lehrstuhl für Deutsche Sprachwissenschaft (Prof. Dr. Markus Hundt) des Germanistischen Seminars der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel zu Gast. Grund für seinen Forschungsaufenthalt ist vor allem die Möglichkeit der Recherche in der hiesigen Fachbibliothek Germanistik (Fachbereiche Onomastik, Dialektologie und Niederdeutsch) sowie der Austausch mit anderen Wissenschaft- ler*innen am Institut. Internetpräsenz: https://www.c2dh.uni.lu/people/sam-mersch und https://sammersch.github.io/